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Reifen

Mit zwei Ersatzreifen war man auf der sicheren SeiteMit zwei Ersatzreifen war man auf der sicheren Seite

Untrennbar mit der Geschichte des Automobils ist die Entwicklung des Autoreifens verbunden. Zahlreiche Erfindungen ließen die Reifen immer komfortabler, haltbarer und besser fahrbar werden. Die ersten Autos hatten noch Räder mit einer Lauffläche aus Vollgummi oder Metallbeschlägen. Im Jahre 1888 erfand der Schotte John Boyd Dunlop den Luftreifen. Die ersten luftbereiften Automobile hatten allerdings noch viele Reifenpannen. Die Reifen waren noch nicht haltbar genug und litten besonders unter den vielen Hufnägeln, die auf den Straßen lagen. Viele Autos wurden daher mit einem Nagelfänger ausgerüstet, der die noch locker im Profil sitzenden Nägel abstreifen sollte. Damals war das Mitführen von ausreichend Ersatzreifen genauso wichtig wie ausreichend Kraftstoff im Tank und Reservekanister.

Straightside-Reifen auf SpeichenfelgeStraightside-Reifen auf Speichenfelge
Die ersten Luftreifen (ab 1888) waren Wulstreifen. Sie hatten eine starke Gummiwulst an der äußeren Kante. Sie sollte dem Reifen einen optimalen Halt auf der Felge geben. Der fast gleichzeitig in den USA entwickelte Straightside-Reifen setzte sich trotz modernerer Konstruktion in Europa nicht durch. 1904 bot Continental den ersten Profilreifen an. Bis dahin war eine bessere Griffigkeit der glatten Reifen nur durch einen Überzug mit Ledernoppen, Stahlnieten oder Stahlnägeln möglich gewesen.

Ein Reifen vor dem AufrauenEin Reifen vor dem Aufrauen

Ab 1918 wurde Ruß der Gummimischung beigefügt, was dem Gummi neben seiner schwarzen Tönung auch eine bessere Haltbarkeit bescherte. 1920 gab es die ersten Reifen mit einem Drahtgeflecht, das die Lauffläche stabilisierte. Im gleichen Jahr wurden die ersten Weißwandreifen montiert. 1930 wurde der Diagonalreifen erfunden. Er hatte eine Karkasse aus mehreren Gewebeeinlagen, die schräg übereinander lagen. Die Gewebeeinlagen bestanden erst aus Baumwolle, später aus Nylon.

Die zunehmende Zahl an Automobilen sorgte für eine große Nachfrage bei Autoreifen. Die Reifenindustrie florierte, Vulkaniseure und Reifenmechaniker waren entsprechend gefragt. Schnell erkannte man, dass die Runderneuerung von Diagonalreifen ein erhebliches Sparpotenzial bot. Oft musste nur eine neue Lauffläche aufgummiert werden. Das sparte viel zur Herstellung benötigtes Erdöl und ermöglichte so einen deutlich günstigeren Preis.

Mit Weißwandreifen noch schöner: perfekter De SotoMit Weißwandreifen noch schöner: perfekter De Soto
Den Diagonalreifen folgten die Radialreifen bzw. Gürtelreifen. Die ersten wurden bereits 1948 von Michelin entwickelt. Bei Radialreifen sind die Gewebeeinlagen der Karkasse radial, also senkrecht Laufrichtung angeordnet. Außerdem gibt es eine harte, stabilisierende Schicht unterhalb der Lauffläche. Radialreifen haben eine deutlich höhere Lebensdauer als Diagonalreifen und bessere Laufeigenschaften.

Bei Oldtimern eine echte Geschmackssache: NiederquerschnittreifenBei Oldtimern eine echte Geschmackssache: Niederquerschnittreifen

Ende der 60er Jahre gab es die ersten Niederquerschnittreifen. Sie verdanken ihren Namen dem besonderen Verhältnis von Reifenflanke zu Reifenbreite. Es liegt bei bis zu 0,25:1, während das Verhältnis bei "normalen" Reifen noch etwa 1 zu 1 betrug. Der Vorteil der Niederquerschnittreifen ist neben einer besseren Fahrstabilität die Möglichkeit, größere Felgen und damit größere Bremsen zu verbauen.


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